Eine Strategie

 

Das Ziel ist Überheblichkeit, Neid, Intoleranz, Gier, Angst, Wut, Eitelkeit – alle diese 'schönen' Emotionen in der Gesellschaft zu reduzieren, um

 

Hierfür braucht es

  1. 1.das Ausarbeiten und Testen von Lehrmitteln zur Bildung emotionaler Kompetenz 

  2. 2.die Bildung eines Bewusstseins über die Bedeutung der Emotionalen Kompetenz in der Bevölkerung. 

 

Eine gesellschaftliche Transformation kann erfolgreich sein, wenn sie relativ rasch einen spürbar positiven Einfluss auf die Lebensqualität / auf das Wohlbefinden der Menschen hat.

Lebensqualität ist im Wesentlichen eine Folge der eigenen Emotionen; Stolz, Freude, Sicherheit u.a. zum einen; Angst, Ärger, Trauer, Neid, Gier u.a. zum anderen.

 

   Wahrnehmung -> Interpretation+Bewertung -> Emotion    aber...

emotionale Kompetenz - Emotionsverständnis und Emotionsregulation - ermöglicht die obige Verbindung zu lockern und sich von negativen Emotionen zu lösen.

D.h. Emotionen

 

Östliche Philosophie bietet (u.a.) das logisch nachvollziehbare Konzept, dass intellektuelle Abstraktion sachlich wertvoll aber emotionell belastend ist.

Unsere intellektuelle Fähigkeit beruht u. a. auf Abstraktion und Bewertung.  Emotionell verursachen Abstraktion und Bewertung jedoch bei Identifikation mit dem eigenen Denken Spannungen bis Stress – bedingt durch Abgrenzung, Limitierung, negative Bewertungen, gegensätzliche Abhängigkeiten, Widersprüchlichkeiten und Interessenskonflikten.

Aus positiver Bewertung der eigenen Situation resultiert Wohlbefinden; viele Menschen sind aber nicht in der Lage, ihre Situation mehrheitlich positiv zu bewerten. Es gibt immer etwas fehlendes oder ungenügendes. Die Theorie, dass der Mensch als Überlebensstrategie über die Evolution negative Bewertungen weit mehr beachtet als positive, ist plausibel. Zudem ist das Ausblenden von Negativem als 'Wohlfühlstrategie' riskant.

Ein Erfolg, Konsum oder eine Anschaffung bewirkt normalerweise eine positive Einschätzung der eigenen Situation – nur verbleibt das immer relativ. Nach kurzer Zeit ist der Effekt verloren – es resultiert die Anspruchsinflation an Konsum und Erfolg. Zudem verbleiben immer negative Bewertungen mit entsprechend negativem emotionellem Einfluss.

Jemand der nichts Denkt und sich selbst vergisst – beispielsweise beim hören von Musik – fühlt sich frei und glücklich.

Die buddhistische Philosophie setzt dem Aufteilen, Unterteilen und Definieren das 'Alles-Eins' gegenüber. Ohne Abstraktion gibt es kein 'Ich', das 'verwirklicht' werden will oder sich bedroht fühlt; keine Visionen, keine Wünsche und keine Grenzen. Das abstrakte Denken ist unerlässlich, es geht aber darum zusätzlich dazu die Fähigkeit zu entwickeln auch nicht zu differenzieren und nicht zu bewerten. Für seine Orientierung ist der Mensch gewohnheitsmässig fast permanent am bewerten und am generieren von Visionen und Wünschen; dieses gelegentlich bewusst zu unterbrechen ist nicht ganz so einfach aber wichtig, um nicht von diesen Bewertungen und Wünschen beherrscht zu sein.1 Nicht-Bewerten und Nicht-Abstrahieren ergibt nicht nur ein uneingeschränktes Wohlfühlen (ohne 'wenn und aber' im Hintergrund); die Erfahrung führt auch zu einer Art Emanzipation vom Ego; zu einem lockereren Verhältnis zu den eigenen Gedanken.

Das Ziel eines buddhistischen Mönch, sich vom Ego völlig zu befreien, ist unter unseren normalen Lebensumständen kaum zu erreichen. Aber sich selbst als ein durchlässiger Teil einer Zivilisation und nicht als zu verteidigende Persönlichkeit zu sehen – mit der Erfahrung des nicht abstrahierenden und nicht bewertenden Seins – ergibt bereits eine wesentlich andere Qualität.

"Je grösser das Ego, desto verwundbarer ist man"2

Natürlich kann dieses Wohlfühlen zeitlich begrenzt sein – sobald Gedanken wieder  abstrahieren und bewerten, können bei Ich-Bezug mit ihnen negative Emotionen wieder entstehen. Die Erfahrung und Gewissheit, über einen von den äusseren Umständen unabhängigen Weg zu emotionalem Wohlbefinden zu verfügen, wirkt dann aber relativierend, entspannend und befreiend. Wenn man sich bewusst ist, dass eigene Gedanken und Überzeugungen keine absoluten Wahrheiten sondern vielmehr Arbeitshypothesen sind, reduziert dieses deren emotionelle Wirkung.

Mit der Zeit wird man zudem entdecken, dass es sich auch vom Standpunkt des 'Nichts' abstrakt denken lässt und so die Freiheit vor dem 'Ich' bestehen bleibt.

Die Logik des 'Nicht-Bewerten' und 'Nicht-Abstrahieren':

Eine physische oder materielle Grenze ist dann eine Komponente in der intellektuellen Beurteilung der Situation ohne emotionelle Auswirkung.

 

Wenn dieses Gefühl von uneingeschränkter Freiheit jederzeit abrufbar ist, verlieren die vielen Bedürfnisse an Zwangshaftigkeit – überhaupt an Bedeutung.

Dieses wiederum bedeutet weniger Egoismus, mehr Kooperationsbereitschaft und mehr Flexibilität.

Ein Prozess bis zum Zusammenbruch der Identität kann mit Meditation oder mit emotioneller 'Selbsterkundung' erfolgen – aus Berichten von Buddhisten kann entnommen werden, dass Meditation zum Ziel führen kann, wobei viel Wille, Disziplin und Zeit investiert werden muss. Ein anderer Weg beschreibt Wolfgang Bernard in seinem Buch 'In sich hinausgehen – Mit NLP zum Ur-Credo'3; eine intensive Introspektion bis zur Implosion der Identität zum 'Nichts'. Ein solcher Prozess ist auch ohne NLP möglich; Voraussetzung ist eine Erfahrung darin, die emotionale Aufmerksamkeit zu steuern und eigene Emotionen klar wahrzunehmen.

 

Die Etappen sind in etwa

 

 

Wichtig ist zudem, dass ein solcher Prozess möglichst

In einer ersten Phase geht es nun darum, interessierte Menschen, Experten und Institutionen zusammenzubringen, die sich für das Projekt interessieren und es fördern wollen.

Weiter sollen verschiedene interaktive Lernprozesse bezüglich Menschen in verschiedenen Situationen erprobt werden. Hierbei sind wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden wichtig, um möglichst klare und für die Gesellschaft als relevant erkennbare Fakten zu erarbeiten.

 

In der Phase 3 geht es darum, das Ziel und den Prozess dazu in die Bevölkerung zu bringen, indem Medien, Politiker und andere 'opinion leaders' auf die Bedeutung der notwendigen und weiterführenden kulturellen Veränderung aufmerksam gemacht werden.

 

 --> Projekt

--> Übersicht

 

 

1 Philip Kapleau 'Die drei Pfeiler des Zen' Seite 60:

"Sicher ist abstraktes Denken nützlich, wenn es weise angewandt wird – d.h. wenn sein Wesen und seine Grenzen recht verstanden werden, – aber solang die Menschen Sklaven ihres Intellekts sind, von ihm gefesselt und überwacht werden, solange kann man sie mit Recht als krank bezeichnen."

2Matthieu Ricard (Übersetzer des Dalai Lama) in der NZZ vom 7.12.2018

3 ISBN 3-924077-80-0